Olympia an Rhein und Ruhr: Schon der Weg ist das Ziel
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Foto: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann
Kompakt, spektakulär und nachhaltig sollen sie werden, die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in NRW. Mehr als 50 Jahre nachdem die letzte olympische Flamme auf deutschem Boden erloschen ist, haben sich gleich vier Bewerberregionen aufgemacht, das wichtigste Sportevent der Welt wieder nach Deutschland zu holen. Darunter auch NRW mit der Region Rhein-Ruhr und Köln als Leading City. Der Sport, in der Breite wie in der Spitze, profitiert jetzt schon davon.
Kompakt, spektakulär und nachhaltig sollen sie werden, die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in NRW. Mehr als 50 Jahre nachdem die letzte olympische Flamme auf deutschem Boden erloschen ist, haben sich gleich vier Bewerberregionen aufgemacht, das wichtigste Sportevent der Welt wieder nach Deutschland zu holen. Darunter auch NRW mit der Region Rhein-Ruhr und Köln als Leading City. Der Sport, in der Breite wie in der Spitze, profitiert jetzt schon davon.
Und dass, obwohl der Prozess noch am Anfang steht. Erst im Herbst legt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung fest, wer der vier Bewerber international für Deutschland ins Rennen geht. Neben KölnRheinRuhr sind auch Berlin, Hamburg und München mit von der Partie. Nach dieser nationalen Entscheidung gilt es, sich gegen mögliche internationale Konkurrenten wie Istanbul, Budapest oder auch Santiago de Chile durchzusetzen. Ob es um die Spiele 2036, 40 oder 44 geht, selbst das wird erst viel später beim IOC festgelegt.
Eine Milliarde Euro für den Sport in NRW
Doch wie so oft ist auch hier schon der Weg das Ziel. Oder zumindest ein Teil davon. Denn die Impulse, die man sich von Olympia verspricht, entfalten sich zum Teil schon mit der Bewerbung. Und der Sport in NRW merkt das. Das Land hat zum Beispiel eine Übungsleitungs-Offensive aufgelegt, ausdrücklich im Kontext mit KölnRheinRuhr, mit der die Ausbildung tausender neuer Übungsleitungen und Trainer*innen an der Basis finanziert werden soll. Schließlich entdecken und fördern diese die zukünftigen Talente.
„Kein anderes Land investiert in den nächsten Jahren mehr, breiter und nachhaltiger in den Sport“, sagt Ministerpräsident Hendrik Wüst. 600 Millionen Euro sind zum Beispiel im aktuellen Haushalt für die Sanierung von Sportstätten vorgesehen. Und auch die Beschäftigungsbedingungen von Trainer*innen im Nachwuchsleistungsbereich wurden deutlich verbessert, dazu die Prämien für Olympia-Teilnehmer*innen und -Gewinner*innen deutlich erhöht.
Die Paralympics, hier Valentin Baus, Goldmedaillen-Gewinner im Para Tischtennis-Einzel von 2024, werden bei KölnRheinRuhr von Anfang an gleichberechtigt mitgedacht.
Foto: LSB NRW / Andrea Bowinkelmann
Olympia wirkt positiv – schon immer
Dass Olympia positiv wirkt, ist nicht neu. Die Spiele von 1972 waren ein wahrer Booster für sportwissenschaftliche Fakultäten an deutschen Hochschulen. Im Vorfeld der Spiele von Paris wurde an französischen Schulen die tägliche Bewegungseinheit „30 minutes d'activité physique quotidienne“ eingeführt. Hinzu kommen wirtschaftliche Impulse und internationale Aufmerksamkeit. In Barcelona, Austragungsort der Spiele 1992, haben sich seither die Übernachtungszahlen vervielfacht. Und das, abgesehen von einer Corona-Delle, dauerhaft.
Überzeugen will NRW mit einem umfassenden Konzept. Neben der absolut gleichberechtigten Einbindung des Para-Sports setzt das vor allem auf
- die zentrale Lage der Region
- ihre Erfahrung mit großen Sport-Events
- die einmalige Ausstattung mit Sportstätten
In NRW wurden in den vergangene Jahren Dutzende Welt- und Europameisterschaften veranstaltet, das Land verfügt über einige der größten Hallen Europas, zahlreiche Fußballstadien und international anerkannte Sportstätten wie die Aachener Soers und die Regattabahn Duisburg. All das liegt mitten in Europa und kompakt beisammen. Das sorgt für kurze Wege und prall gefüllte Zuschauerränge. Für die Wettkämpfe sollen zu 100 Prozent bestehende und temporär zu errichtende Sportstätten genutzt werden.
Das Olympische und Paralympische Dorf soll zum Beispiel mit dem Leichtathletikstadion in seinem Zentrum im Norden Kölns entstehen, auf einem Gebiet, auf dem schon länger ein neuer Stadtteil geplant wird. Nach den Spielen werden die Unterkünfte der Athlet*innen zu dringend benötigtem Wohnraum. Das Stadion ist von Anfang an so geplant, dass es mit modularen Anbauten zu einem Wohn- und Geschäftszentrum weiterentwickelt werden kann. Mit Wohnungen, Büros, Einzelhandelsgeschäften und Kitas. Und einem Park statt der Wettkampffläche in der Mitte.
Auch für das bisher noch fehlende Schwimmstadion mit ausreichender Kapazität gibt es eine nachhaltige Lösung: Die Schalker Fußball-Arena könnte mit einem temporären Pool zum Aquatics Dome werden. Geschwommen würde dann vor bis zu 60.000 Fans. 18.000 könnten beim Turnen in der Kölner Lanxess-Arena dabei sein, 50.000 bei den Handball-, Volleyball- und Basketball-Partien in der Düsseldorfer Arena, 40.000 beim Reiten in Aachen.
Zusammen mit den Paralympics, die in den gleichen Wettkampfstätten stattfinden, können rund 14 Millionen Tickets verkauft werden. Damit hätten die Spiele an Rhein und Ruhr ihren ersten Rekord sicher, noch bevor der erste Startschuss fällt.