Von Lüdenscheid in die ganze Welt
Internationale Premiere: Sportklinik Hellersen ist erste Klinik, die den arabischen Facharzt ausbilden darf
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Die Sportklinik Hellersen wurde durch das Arab Board of Health Specializations zertifiziert. Damit ist sie weltweit das erste Krankenhaus außerhalb der arabischen Staaten, das die Ausbildung zum arabischen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie anbieten darf. Bislang war diese Facharztausbildung ausschließlich an Kliniken in den 22 Mitgliedsstaaten des Arab Board möglich. Das Gremium koordiniert die Ausbildung an zahlreichen Einrichtungen der Mitgliedsstaaten. Mit der Zertifizierung etabliert sich die Sportklinik Hellersen als internationales Kompetenzzentrum für orthopädische Spitzenmedizin mit globaler Strahlkraft.
Für die Sportklinik Hellersen bedeutet diese Auszeichnung zugleich ein deutliches Alleinstellungsmerkmal: Sie bietet eine kombinierte Ausbildung, durch die die Ärzte sowohl den deutschen als auch den arabischen Facharzttitel innerhalb ihrer Ausbildung erlangen können. Bisher war für die Anerkennung in einem weiteren Land ein zusätzlicher Ausbildungsweg erforderlich.
Der Weg zum Arab Board
Das waren die wichtigsten Meilensteine im Zertifizierungsprozess:
- Erste Kontaktaufnahme mit dem Arab Board und Austausch
- Mehrere Zertifizierungsschritte folgen: Dokumentenanalyse, Interviews und Besichtigungstermine in Lüdenscheid, Abgleich mit der arabischen Ausbildungsordnung
- Teilnahme am internationalen Orthopädie-Kongress in Kairo im November 2025
- Abschlussbesuch und Übergabe der Zertifizierungsurkunde
- Start des Bewerbungsverfahrens und Sichtung erster Bewerbungen
Internationale Premiere
„Diese Entwicklung eröffnet uns eine bedeutende Chance, da Fachärzte aus den arabischen Staaten gerne zu uns kommen. Sie sind hochmotiviert und verfügen über eine vielversprechende medizinische Zukunft. Wir sehen uns nicht als regionales Krankenhaus, sondern als spezialisiertes Kompetenzzentrum für moderne Orthopädie mit internationaler Strahlkraft. Die Zertifizierung bestätigt die Qualität unserer klinischen Strukturen, unserer operativen Expertise und unserer Weiterbildungskultur“, sagt Dirk Burghaus, Vorstandsvorsitzender der Sportklinik Hellersen. „Die Zertifizierung lenkt die weltweite Aufmerksamkeit auf eine kleine ländliche Region wie Lüdenscheid. Davon profitiert die gesamte Region Südwestfalen und ganz Nordrhein-Westfalen“, ergänzt Dirk Burghaus.
Ausbildung mit doppeltem Abschluss
Im Rahmen des zweijährigen Zertifizierungsprozesses fanden mehrere Begutachtungen durch eine Delegation des Arab Board statt. Diese machte sich ein umfassendes Bild von den Strukturen, Prozessen und der Qualität der Versorgung an der Sportklinik Hellersen. Im Fokus der Evaluation standen insbesondere die chirurgischen Fallzahlen, die fachärztliche Supervision, die wissenschaftliche Einbindung der Klinik sowie die Einhaltung international vergleichbarer Ausbildungsstandards. Auch die Teilnahme der Sportklinik Hellersen am internationalen Kongress in Kairo im November 2025 war ein weiterer Meilenstein, bei dem sich das Arab Board von der hohen fachlichen Expertise der Sportklinik Hellersen überzeugte.
„Die Zulassung eines deutschen Krankenhauses als Ausbildungszentrum für Orthopädie bedeutet einen qualitativ hochwertigen Wissenstransfer in der klinischen Ausbildung von orthopädischen Chirurgen. Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss der Zertifizierung und den Ausbildungsstart in der Sportklinik Hellersen“, sagt Prof. Mohamed Elashhab als Vertreter des Arab Board.
So sieht die Ausbildung konkret aus:
Nach einer intensiven Auswahl der Bewerber, kommen diese nach Deutschland zur Sportklinik Hellersen. Hier werden sie in den Arbeitsalltag der Klinik integriert, um den praktischen Teil der Ausbildung zu absolvieren. Die Zeit in der Sportklinik Hellersen wird dem Assistenzarzt sowohl für den deutschen als auch den arabischen Facharzt voll anerkannt. Lediglich die Prüfung am Ende des Studiums muss jeweils in Deutschland und in dem jeweiligen arabischen Land separat absolviert werden.
Impuls für die Fachkräftesicherung
„Unser Hauptziel ist die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. Deshalb setzen wir auf internationale Partnerschaften. Besonders die Vereinigten Arabischen Emirate spielen eine Vorreiterrolle im Bereich innovativer Medizin. Dieses Wissen möchten wir nach Deutschland bringen und gleichzeitig den internationalen Ruf der Sportklinik Hellersen stärken“, sagt Dirk Burghaus.
Neben der internationalen Strahlkraft stärkt die kombinierte Facharztausbildung auch nachhaltig die Fachkräftesicherung in Deutschland, da hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte langfristig an den Standort gebunden werden können. Derzeit befindet sich die Klinik in der Kandidatenfindung, sodass zeitnah die praktische Umsetzung beginnt.
Dirk Burghaus, Vorstandsvorsitzender der Sportklinik Hellersen (rechts), und Ahmed Almousa, Repräsentant der Sportklinik Hellersen im Mittleren Osten, Afrika und Asien, empfingen die Delegation und nahmen die Zertifizierung durch das Arab Board of Health Specializations feierlich entgegen.
Fünf Fragen zum Arab Board
Was bedeutet die Zertifizierung für die Region und Nordrhein-Westfalen? Welche Vorteile bietet die Teilnahme am Arab Board und wieso ausgerechnet Lüdenscheid? Dirk Burghaus, Vorstandsvorsitzender der Sportklinik Hellersen, steht Rede und Antwort.
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Welche Möglichkeiten bietet die Zertifizierung der Sportklinik Hellersen und der gesamten Region?
Die Zertifizierung hebt die Sportklinik Hellersen und die Region auf ein neues internationales Niveau. Wir sind das erste Krankenhaus weltweit, das im Rahmen des Arab Boards außerhalb der arabischen Welt Fachärzte für 22 Nationen ausbilden darf. Das ist kein theoretischer Titel, sondern ein klarer Standortvorteil – für die Klinik, aber auch für Nordrhein-Westfalen insgesamt. Konkret bedeutet das: Wir ziehen hochqualifizierte internationale Ärzte an, stärken den medizinischen Austausch und erhöhen die Sichtbarkeit der gesamten Region im internationalen Gesundheitsmarkt.
Gleichzeitig schaffen wir Strukturen, von denen auch andere Einrichtungen profitieren können. Wenn weitere Kliniken diesen Weg mitgehen, kann daraus ein echter internationaler Ausbildungs- und Gesundheitsstandort entstehen – mit klaren Vorteilen für Qualität, Personalgewinnung und medizinische Entwicklung. Entscheidend ist, dass man diese Chancen aktiv nutzt. Internationalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Warum ist es dem Arab Board erstmals gelungen, eine solche Ausbildung außerhalb der Mitgliedsstaaten zuzulassen – und warum gerade in Lüdenscheid?
Weil zwei Dinge zusammengekommen sind: nachweisbare medizinische Qualität und über Jahre aufgebaute internationale Beziehungen.
Die Sportklinik Hellersen gehört fachlich zur Spitze in Deutschland. Diese Qualität haben wir nicht nur dargestellt, sondern im Rahmen internationaler Kongresse und mehrerer Vor-Ort-Prüfungen konkret nachgewiesen.
Parallel haben wir gezielt ein belastbares Netzwerk in den arabischen Raum aufgebaut – insbesondere in die Vereinigten Arabischen Emirate, aber auch zu den relevanten Entscheidungsträgern in Ländern wie Ägypten und Jordanien. Dadurch bestand von Anfang an ein direkter und vertrauensvoller Austausch.
Am Ende war es kein einzelner Moment, sondern das Ergebnis eines konsequenten Prozesses: klare Positionierung, internationale Präsenz und ein über Jahre aufgebautes Vertrauen. Dass diese Zertifizierung erstmals außerhalb der arabischen Welt nach Lüdenscheid vergeben wurde, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis dieser konsequenten Entwicklung.
Wieso ist der Nahe Osten ein wichtiger Gesundheitspartner?
Der Nahe Osten ist für uns ein strategisch relevanter Partner, weil dort Gesundheitssysteme entstehen, die sehr konsequent auf Innovation, Internationalität und Qualität ausgerichtet sind.
In vielen Bereichen – insbesondere bei der Digitalisierung und dem Einsatz von KI – ist man dort deutlich schneller und pragmatischer als in Europa. Das führt zu effizienteren Prozessen und neuen Versorgungsansätzen, von denen wir im Austausch direkt profitieren.
Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an exzellenter medizinischer Ausbildung und Spezialisierung. Genau hier ergänzen wir uns: Wir bringen unsere medizinische Expertise ein und profitieren im Gegenzug von Geschwindigkeit, Investitionsbereitschaft und technologischer Offenheit.
Diese Partnerschaft ist deshalb keine Einbahnstraße, sondern ein klarer Mehrwert auf beiden Seiten – medizinisch, technologisch und strategisch.
Welche Auswirkungen hat die Entwicklung in der Sportklinik Hellersen auf den Fachkräftemangel?
Ganz konkret: Wir begegnen dem Fachkräftemangel aktiv und nicht nur reaktiv.
Mit dem Arab Board schaffen wir einen zusätzlichen, international anerkannten Ausbildungsweg parallel zum deutschen Facharzt. Dieses Modell ist in dieser Form einzigartig und hat eine klare Leuchtturmfunktion – weit über die Region hinaus.
Solche Programme führen dazu, dass sich qualifizierte Mediziner gezielt für uns entscheiden. Wir ziehen damit genau die Menschen an, die ein internationales, leistungsorientiertes Umfeld suchen. Der Effekt ist klar: Wir sind nicht mehr nur Teil des Wettbewerbs um Fachkräfte, sondern verschieben ihn zu unseren Gunsten.
Für uns ist das ein strategischer Vorteil – und für unsere Patienten die Garantie, dass sie auch künftig auf höchstem Niveau versorgt werden.
Welche weiteren Kooperationen bestehen zwischen der Sportklinik Hellersen und anderen Nationen?
Wir bauen unsere internationalen Kooperationen gezielt in mehreren Regionen aus.
In Asien sind wir bereits aktiv, insbesondere in China und Vietnam. Dort geht es vor allem um den fachlichen Austausch und den Zugang zu technologischen Entwicklungen. Gleichzeitig bringen wir unsere medizinische Ausbildungsqualität ein, die in Europa auf einem sehr hohen Niveau liegt.
Darüber hinaus gibt es erste konkrete Gespräche in Nordamerika, insbesondere in Kanada. Ziel ist es, perspektivisch auch dort ein strukturiertes Ausbildungsmodell aufzubauen – vergleichbar mit dem Arab Board. Das steht noch am Anfang, zeigt aber klar die Richtung.
Unser Ansatz ist dabei eindeutig: Wir wählen Kooperationen gezielt aus und bauen sie so auf, dass sie sowohl medizinisch als auch strategisch einen echten Mehrwert bringen.