Schmerzfrei durch Epiduroskopie
Ein bewährtes Verfahren bei chronischen Schmerzen
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Chronische Rückenschmerzen können den Alltag massiv einschränken und Betroffene oft verzweifeln lassen, wenn klassische Therapien nicht greifen. Eine innovative Methode zur Behandlung ist die Epiduroskopie – ein minimalinvasives Verfahren, das gezielt Verklebungen und Vernarbungen im Wirbelkanal sichtbar macht und behandelt.
Im Gespräch erklärt Dr. Wolfgang Welke, Chefarzt im Zentrum für Spezielle Schmerzmedizin an der Sportklinik Hellersen, wie diese Technik funktioniert, wann sie angewendet wird und welche Chancen sie Patienten eröffnet.
Herr Dr. Welke, was genau passiert bei einer Epiduroskopie?
Dr. Wolfgang Welke: Bei der Epiduroskopie handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren zur Spiegelung des Wirbelkanals. Das bedeutet, dass wir mit einer sehr feinen Optik – einer sogenannten Fieberoptik – vom Kreuzbein aus den Wirbelkanal auf einem Monitor darstellen können. So werden Verklebungen, Verwachsungen und Fibrosen, also krankhafte Bindegewebsverhärtungen, sichtbar gemacht und teilweise direkt behandelt. Auch Vernarbungen nach Bandscheibenoperationen oder Verengungen im Wirbelkanal können so erkannt werden.
Warum führen diese Vernarbungen zu Problemen?
Dr. Wolfgang Welke: Die Vernarbungen reizen oft die Hirnhaut im Bereich des sogenannten Hirnhautsacks bis ins Kreuzbein hinein. Dadurch entstehen häufig Reizzustände des Spinalnerves. Mit Hilfe der Epiduroskopie und einer anschließenden Katheterschmerztherapie können wir gezielt gegen diese Reizungen vorgehen.
Können Sie ein Beispiel nennen, wie behandelt wird?
Dr. Wolfgang Welke: Mittlerweile sind die Fieberoptiken sehr klein und beweglich. Wir schieben die Optik durch ein Röhrchen, das im Kreuzbein platziert wird, bis zur betroffenen Stelle. Unter Druckspülung können wir die Nervenwurzel erreichen und Verklebungen lösen. Dabei helfen spezielle Fasszangen oder Ballonkatheter, um eingeengten Nerven wieder Raum zu verschaffen. So lassen sich Schmerzen oft direkt lindern.
„In Deutschland gibt es nur wenige Zentren, die dieses Verfahren anbieten. Unser Schmerzzentrum an der Sportklinik Hellersen ist eines davon.“
Dr. Wolfgang Welke
Chefarzt des Zentrums für Spezielle Schmerzmedizin
Was ist der größte Vorteil dieses Verfahrens?
Dr. Wolfgang Welke: Die Epiduroskopie ist minimalinvasiv. Der Zugang erfolgt über einen Schnitt von nur fünf Millimetern. Über diesen wird das Röhrchen eingeführt, durch das die Endoskope arbeiten. So können wir sogar bis in den Halsbereich arbeiten. Anschließend legen wir gezielt einen Schmerzkatheter an der betroffenen Stelle ein. Dieser bleibt sieben Tage liegen, und zwei Mal täglich werden Infusionen, teilweise mit Cortison, verabreicht, um die Nervenschmerzen zu reduzieren. Es handelt sich also um eine gezielte Therapie bei gereizten Nervenwurzeln, insbesondere bei Fibrosen und Vernarbungen im Wirbelkanal.
Wie verbreitet ist die Methode in Deutschland?
Dr. Wolfgang Welke: In Deutschland gibt es nur wenige Zentren, die dieses Verfahren anbieten. Unser Schmerzzentrum an der Sportklinik Hellersen ist eines davon – mindestens in einem Umkreis von 250 Kilometern. Wir führen die Epiduroskopie bei etwa 200 bis 250 Patienten pro Jahr durch.
Video: Schmerzfrei dank Epiduroskopie
Video is in german – auto-generated subtitles are available!
Die Epiduroskopie ist eine innovative Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen.
In unserem Video erläutert Chefarzt Dr. Wolfgang Welke detailliert das Vorgehen.
